Kreisverband der Frauen-Union auf neuen Wegen in der Firma Braun Seile
Der Bergsteigerfilm „Nordwand“ über die Erstbesteigungsversuche vierer Bergsteiger an der Eiger Nordwand macht deutlich, was es heißt, mit jemandem eine Seilschaft einzugehen: gegenseitige Unterstützung, blindes Vertrauen, tiefgehende Freundschaft, absolute Zuverlässigkeit, Verantwortung übernehmen, respektvolles Miteinander, Sicherheit geben, die Schwächen des anderen stützen und seine Stärken nutzen. „In einer Seilschaft haben alle ein Ziel. Doch bevor man sich aber gemeinsam auf den Weg macht, sollte eines klar sein: Alleine geht es nicht“, sagte die FU Kreisvorsitzende Ulrike Rödl.
Auch der Kreisverband der Frauen-Union hat schon ein zartes Band der Gemeinschaft geknüpft, das es noch zu einem starken Seil zu vertäuen gilt. Einen ersten Versuch dahingehend haben über 30 Frauen in der Firma Braun Seile gewagt. Zu Beginn stand eine Firmenbesichtigung der Seilerei mit dem Inhaber Günther Braun, der einen Einblick über Fachwissen, historische Produktionsweisen von Seilen, aber auch über die Firmenphilosophie gab, auf dem Programm. Bindestricke, Hebesysteme, Verzurrgurte und etliches an Zubehör wurde gezeigt, immer unter dem Aspekt der Sicherheit, „denn Sicherheit ist für uns wirklich mehr als nur ein Wort“, so Günther Braun. Die ganz mutigen und sportlichen Frauen hatten sogar noch die Gelegenheit „slackline“, eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanz, auszuprobieren.
Den Hauptteil des Abends aber haben die Damen gemeinsam und interaktiv gestaltet. Los ging es mit einer Vorstellungsrunde der besonderen Art, bei der nicht der Name oder gar der Beruf der Frauen vor Interesse war, sondern deren Handtasche im Focus stand. Aufgabe war es nämlich, sein Gegenüber mittels der Handtasche vorzustellen. „Das allerneueste Modell ist sie gerade nicht, genauso wie ihre Trägerin schon ein bisschen in die Jahre gekommen, aber von sehr guter Qualität“, so eine der Frauen über ihre Partnerin, während sie kräftig am Henkel der Handtasche zog. Eine andere Dame beschrieb ihr Pendant als „durchaus umweltbewusst mit dem Hang gesunde Ernährung zu sich zu nehmen“ mittels der eingekauften Waren eines Kassenzettels, der aus den Tiefen der Handtasche wieder ans Tageslicht befördert wurde. Der weitere Verlauf des Abends setzte sich spielerisch fort, um Stärken herauszustellen, Eigenschaften und Vorlieben zuzuordnen und sich so menschlich ein Stück weit näher zu kommen. „Eigentlich war ich heute nicht so gut gelaunt – gestresst vom Beruf, genervt vom Zickenalarm der Tochter – doch jetzt nach diesem tollen Abend bin ich so richtig gut drauf“, meinte eine der Teilnehmerinnen, denn bei sehr guten Gesprächen verging der durchaus auch äußerst lustige Abend wie im Flug.
„Ein sehr gelungener witziger Abend, weil die Frauen die nötige Neugierde gezeigt haben und den Mut bzw. das Vertrauen aufgebracht haben, sich zu öffnen und sich auch auf neues unbekanntes Terrain einzulassen, das natürlich immer auch für eine Überraschung gut ist“, so die Kreisvorsitzende Rödl zum Ausklang des Abends.