20.07.2010 EU - Abgeordnete will mehr Frauen in Führungsposition
Veranstaltung: Dr. Angelika Niebler äußerte sich bei einem Treffen der Frauen-Union zum Thema „Frau und Wirtschaft - ein europäischer Vergleich“
Politik, Gesellschaft und Wirtschaft können es sich heute nicht mehr leisten auf die Erfahrungen und den beherzten Einsatz von Frauen zu verzichten. Dies war im Knör-Saal in Berg bei einer Veranstaltung der Frauen-Union Berg nicht nur die Meinung der anwesenden Frauen, sondern auch der Handvoll Männer wie dem dritten Bürgermeister Richard Feihl und dem Berger CSU-Vorsitzenden Thomas Weiß an der Spitze.
Obwohl die Frauen-Union, die von Heike Hierl aus Sindlbach geführt wird, „ein noch junges Pflänzchen ist“, hat sie in den vier Monaten seit der Gründung schon viel bewegt. Zur Veranstaltung „Frau und Wirtschaft - ein europäischer Vergleich“ war mit der Europa-Abgeordneten Dr. Angelika Niebler aus Ebersberg (Oberbayern), FU-Landesvorsitzende von Bayern, MdB Barbara Lanzinger aus Amberg, FU-Bezirksvorsitzende der Oberpfalz und stellvertretende FU-Landesvorsitzende, der FU-Kreisvorsitzenden Ulrike Rödl aus Neumarkt sowie mehrere Stadt- und Gemeinderätinnen kompetente Frauenpower vor Ort.
Man war sich einig, dass gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem damit verbundenen Fachkräftemangel die Firmen und Konzerne umdenken und handeln müssen, um Männern und Frauen, die besser ausgebildet sind, als alle Generationen jemals zuvor, als Arbeitskräfte zu gewinnen.
Dass Deutschland und auch Europa auch in diesem Bereich noch nicht Spitze sind und einiges nachzuholen haben, davon berichtete die seit 1999 im Europaparlament vertretende Dr. Angelika Niebler, Mutter von zwei Söhnen. Dass die Frauen in der Berufswelt trotz gleicher und manchmal größerer Kompetenz gegenüber den Männern bei der Bezahlung zum Großteil immer noch hinten an stehen, ist der FU-Landesvorsitzenden seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. Die Frauen-Union hat auf ihrer Landes- versammlung nun einen Beschluss gefasst, in dem sie dieselbe Bezahlung für Frauen und Männer fordert. Ein weiteres Manko ist für sie, dass zu wenig bestens ausgebildete Frauen als Managerinnen in Spitzenpositionen der Wirtschaft in der Bundesrepublik und in den anderen europäischen Ländern Fuß fassen können.
Zum Teil rar vertreten sei das weibliche Geschlecht auch in den politischen Gremien - vom Gemeinderat bis zum Bundestag. Im Europäischen Parlament hätten die Frauen etwas aufgeholt und würden 35 Prozent aller Sitze einnehmen. Fazit des Treffens: Man müsse die weiblichen Potenziale nutzen und Maßnahmen ergreifen, um die Männer-Domäne und -Hierarchie auf allen Führungsebenen etwas zurückschrauben. Bericht: npp