08.09.09, CSU-Fraktion: Im Gespräch mit Neumarkter Firmen
CSU-Fraktion im Gespräch mit Neumarkter Firmen
Der Besuch der CSU-Fraktion bei den Firmen Metallbau Berchtold, Jura Kunststofffenster, Jura Gebäudeservice und Büromöbel Hammerbacher in der Nachbarschaft der Goldschmidtstraße löste bei den Firmeninhabern spürbare Freude über das Interesse der Politik aus und brachte den CSU-Fraktionskollegen interessante Informationen zu handwerklichen Betrieben in Neumarkt.
Die Firma Metallbau Berchtold stellte sich als ein kleines, aber sehr innovatives Unternehmen mit 18 Arbeitnehmern in eigentlich zwei Firmen dar. Der Schwerpunkt liegt bei dem für Metallbauer bekannten Bereich Geländer, Treppen, Türen, Vordächer, Gartenmöbel und ähnliche Produkte in Edelstahl oder pulverbeschichtetem Metall. Bei letzterem hat sich die Firma durch eine moderne Technologie ein zweites Standbein und eine neue Kundschaft aufgebaut, weil sie Metalle bis zu einer bestimmten Größe in nahezu allen gewünschten Farben im eigenen Betrieb fachmännisch beschichten kann und sich daher nicht mehr in die Warteschlangen großer auswärtiger Firmen einordnen muss. Neu und bestens ausgestattet ist seit einigen Jahren auch die Lochblechtechnik, wo der Firmeninhaber den Gästen sogar künstlerische Bildgestaltungen vorführen konnte. Herr Berchtold legte besonderen Wert darauf, die Leistungsfähigkeit der Neumarkter Handwerksbetriebe herauszustellen und forderte die Stadträte auf, bei der Ausschreibung von Aufträgen für handwerksgerechte, kleinere Chargen zu sorgen. Den krisenbedingten Ausfall von großen Aufträgen konnte die Firma durch viele kleinere Aufträge bislang ausgleichen.
Eine Nummer größer in Betriebsfläche und Anzahl der Arbeitnehmer stellte sich die Firma Jura Kunststofffenster vor. Mit etwa 90 Arbeitnehmern der verschiedensten Berufszweige produziert der Unternehmer Recht dort täglich etwa 300 Fenster und beliefert bis zu 600 Schreinereibetriebe, vorwiegend in der Oberpfalz, wo er wohl der größte Fensterbauer sein dürfte. Die Produktion laufe zwar in der fußballfeldgroßen Halle fabrik- und serienmäßig ab, jedoch werde heute jedes Fenster nach Planvorgabe maßgetreu gefertigt. Der Trend gehe – den rechtlichen Vorgaben entsprechend - mit derzeit bereits 40 % zur Dreifachverglasung. Um die Komplettfertigung der Produkte zu erhalten bzw. zu erreichen, plant die Firma eine eigene Glaserei im Gewerbegebiet Stauf. Mit dem eigenen Fuhrpark werden dann die Kunden termingerecht bedient. Die Wirtschaftskrise spürt die Firma weder beim Fensterbau, wo ein großer Teil in die Sanierungen geht, noch beim zweiten Standbein Wintergärten, wo mancher Hausbesitzer sein Geld eben lieber im Haus investiert. Die Selbstständigkeit in jeder Hinsicht gehört zur Maxime des Betriebes.
Gegenüber Jura Kunststofffenster wechselten die Fraktionskollegen gleich zu Jura Gebäudeservice. Hier werden zwar über 300 Personen beschäftigt, umgerechnet auf Vollzeit etwa 220, jedoch sei deren Arbeitsplatz natürlich jeweils in anderen Häusern und an anderen Orten im Umfeld von etwa 100 km. Längst sei, so Firmeninhaber Pfeifer, die Zeit der Minimallöhne und der weitgehend ungelernten Arbeitnehmer vorbei. Der Gebäudereiniger ist ein anerkannter Ausbildungsberuf mit einem Anspruch auf material- und hygienegerechte Ausübung, aber natürlich auch mit geltenden Tarifverträgen. Die starke Konkurrenz und die Erwartungen der Auftraggeber sorgen freilich gelegentlich für harte Bedingungen. Neben dem bekannten Aufgabenfeld hat sich die Firma mit dem Verleihen von Absperrgittern und Gerät für Großveranstaltungen ein zweites Standbein aufgebaut, was beim Gang durch die Hallen sichtbar wurde. In diesem Zusammenhang dankte Fraktionsvorsitzender Dr. Sperber Herrn Pfeifer für sein großes Engagement beim Neumarkter Stadtlauf.
Bei Büromöbel Hammerbacher arbeiten immerhin 30 Personen im Neumarkter Versand- und etwa 150 im slowakischen Produktionsbetrieb. Die Zusammenarbeit mit dem slowakischen Betrieb, der zur Firma Hammerbacher gehört, gehe schon auf die Zeit vor der Wende zurück und funktioniere gut, erklärte die Chefin. Durch Grenzöffnung und gute Autobahnen werde diese Zusammenarbeit erleichtert. Die Einführung des Euro habe zwar das Lohn- und Preisgefüge leicht verändert, sei aber durchaus noch tragfähig. Per LKW gelangen die Spanplatten von Pfleiderer und sonstiges Zubehör zur Produktion in die Slowakei und auf dem Rückweg die versandfertig verpackten Möbel nach Neumarkt. Etwa 70 % der Ware gehen über den Versandhandel direkt an die Kunden, ein Teil in den Bürofachhandel, ein kleiner Teil werde per Internet verkauft. Beeindruckend waren für die Besucher die Hochregallager und die dort ablaufende auftragsgemäße Verteilung der Waren. Der Kunde schätze an der Firma neben dem günstigen Preis vor allem die sofortige Lieferfähigkeit jedes Möbels nach der Maxime „heute Bestellung – morgen Lieferung“. Das Minus von 20 % wegen der Wirtschaftskrise werde momentan bereits wieder etwas abgebaut. Ein besonderer Wunsch der Firma an die Stadt wäre ein leistungsfähiger Ausbau der Einmündung Dreichlinger Straße/Freistädter Straße sowie ein zeitiger Winterdienst; beides sei für eine problemlose LKW-Andienung wichtig.
Dr. Sperber kündigte abschließend bereits die nächsten Firmenbesuche bei den Großen der Baubranche an, bei Bögl in Greißelbach und bei Klebl in Neumarkt. Eine funktionierende Wirtschaft brauche große und kleine Betriebe. Dies sei schon immer die Stärke der Wirtschaft in Neumarkt gewesen, und diese Vielfalt verdiene die Unterstützung der Politik.
Ansprechpartner:
Dr. Heinz Sperber, Stadtrat
Dr. Phillip Dehn, Stadtrat
Arnold Graf, Stadtrat