29.06.09, CSU-Fraktion: Eltern über kostenloses Vorschuljahr informieren
Der Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 05.05.2009, das dritte (letzte) Kindergartenjahr als Pilotprojekt im Sinne eines Vorschuljahres zu gestalten, weist zwar, wie das Bayerische Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen schreibt, durchaus interessante Aspekte auf, ist jedoch derzeit nicht zu realisieren.
Als entscheidende Gründe gegen das Projekt werden im Antwortschreiben vom 22. Mai genannt die damit verbundene Verpflichtung der Kinder zum Besuch dieses Jahres, was eine Gesetzesänderung erfordern würde, die damit einhergehende Verpflichtung des Staates zur Finanzierung weiterer Personalkosten im Kindergarten- und Schulbereich, was im Haushalt des Freistaats nicht eingeplant ist, aber auch die doch große Systemveränderung an dieser Nahtstelle im Bildungsbereich, was einer längeren Vorbereitung bedarf.
Staatssekretär Markus Sackmann weist aber gleichzeitig darauf hin, dass sich die pädagogischen Traditionen „im frühpädagogischen wie im schulischen Bereich als Folge eines modernen, am Kind orientierten Lern- und Bildungsverständnisses“ wandeln und dass dieser Wandel bereits an drei Standorten – Günzburg (Schwaben), Fürth (Mittelfranken) und Neunkirchen am Brand (Oberpfalz) – in einem Projekt untersucht wird. „Eine Veröffentlichung von Ergebnissen der Evaluation dieses Projektes ist für das laufende Jahr vorgesehen“.
Antrag der CSU-Stadtratsfraktion
Der einstimmige Beschluss des Stadtrats vom 25. Juni, das letzte Kindergartenjahr ab Herbst 2009 kostenfrei zu gestalten, soll dazu beitragen, dass alle Kinder vor Beginn ihrer Schulzeit einen Kindergarten besuchen. Der Sinn dieses umfassenden Vorhabens bedarf keiner weiteren Begründung mehr, er gilt als unbestritten.
Um dieses Ziel zu erreichen, halten wir eine zeitnahe Information an alle betroffenen Familien unserer Stadt für notwendig. Dies sollte durch die Medien, aber auch durch einen Brief der Stadt an die betroffenen Eltern erfolgen, damit bereits im Herbst 2009 ein Erfolg der Aktion spürbar wird.
Um auch die Kinder aus Migrantenfamilien zu erreichen und zum Kindergartenbesuch zu motivieren, sollten die bereits bestehenden Institutionen wie Initiativgruppe, Interkultureller Beirat, islamische Vereine usw. in geeigneter Weise umgehend eingebunden werden. Diese haben in Vorgesprächen ihre Bereitschaft zur Mitwirkung bereits signalisiert.
Der Erfolg dieser Aktion und dieses Jahres hängt natürlich von einer guten Zusammenarbeit der Stadt mit den Trägern der Kindergärten und ganz besonders der Erzieherinnen in den Kindergärten mit den Lehrkräften der Grundschule zusammen. Die hier bereits aufgebauten Kontakte sowie die aus Kindergarten und Schule bereits benannten Kontaktpersonen werden um ihre Mithilfe gebeten, dies verspricht eine weiterhin gute Entwicklung.
Einzelheiten zur Umsetzung und Ausgestaltung des Grundsatzbeschlusses sollten umgehend unter Vorbereitung/Mitwirkung der Verwaltung und der Kindergartenreferentin besprochen und ohne Verzögerung im Verwaltungs- und Kultursenat beschlossen werden. Zu solchen Einzelheiten gehört neben der finanziellen Gleichbehandlung der Familien auch die Sorge um den regelmäßigen Besuch des Kindergartens, auch und gerade weil er kostenfrei gestellt ist. Es eilt! Eigentlich müssten wir dies im Verwaltungssenat bereits beraten und beschließen.